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Gesundheit kann uns niemand garantieren.
Je mehr wir täglich an kleinen Dingen für unsere Gesundheit tun, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir gesund bleiben. Und wenn wir gesund bleiben wollen, dann glauben wir doch erst einmal daran, dass es möglich ist, für unsere Gesundheit selbst verantwortlich zu sein. Entscheiden wir uns für ein Leben auf Seiten der Gesundheit – und genießen wir es. Dieses Leben wird voller Überraschungen sein. Die Welt, wie
sie heute beschaffen ist, verlangt jedem von uns eine Menge Energie ab, um gesund und fit zu bleiben.
Sauer macht nicht lustig!
Im Alltag begegnet uns das Wort „sauer“ oft im übertragenen Sinn in Äußerungen wie „ich bin wütend“ oder „ich bin enttäuscht“. Dahinter verbirgt sich eine tiefere Erkenntnis, denn „sauer“ – bezogen auf unser inneres Milieu – bedeutet immer eine Dissonanz, eine Störung des inneren Gleichgewichts. Diese Verschiebung des Gleichgewichts auf die Seite der Säuren hat neben dem psychischen Aspekt, wie er sich in dieser Redewendung
widerspiegelt, auch körperliche Auswirkungen. Säuren in der Überzahl, besonders wenn sie sich über längere Zeit im Organismus angesammelt haben, beeinflussen nicht nur unsere Gemütsverfassung, sondern besitzen durchaus auch krankmachenden Charakter.
Säuren und Basen im menschlichen Organismus!
Wer kennt ihn nicht, den Begriff des „Sauren Regens“, der zunehmend unsere Wälder bedroht? Was aber verbirgt sich dahinter? Wenn Säuren im Überschuss auf lebende Organismen treffen, so werden lebenswichtige Funktionen gestört oder stark behindert. Denn wie bei vielen Vorgängen in der Natur kommt es auf das Gleichgewicht an – hier das zwischen Säuren und Basen.
Was für die Bäume im Wald von großer Bedeutung ist, ist auch für den Menschen wichtig. Sogar lebenswichtig. Denn die Abläufe in den Körperzellen und in dem Milieu, das die Zellen umgibt, sind von einem ausgewogenen Verhältnis von Säuren zu Basen abhängig. So findet die überwiegende Zahl der Stoffwechselprozesse, gesteuert von Enzymen, in einem neutralen bis leicht basischen Milieu statt.
Bedenkt man nun, dass Enzyme in ihrem Wirkoptimum extrem vom pH-Wert abhängig sind und ohne enzymatische Steuerung eine Verwertung der Nahrung und damit die Bereitstellung von Energie unmöglich ist, so wird deutlich, wie wichtig ein ausgewogenes Säure- Basen- Verhältnis für Gesundheit und Wohlbefinden ist.
Was verbirgt sich hinter dem „pH-Wert“?
Zur Definition, ob eine Lösung bzw. Stoff sauer, neutral oder basisch ist, wird in der Chemie der Begriff des pH-Wertes benutzt. Der pH-Wert gibt an, wie viel saure bzw. basische Stoffe in der Lösung vorhanden sind. Er bewegt sich auf einer Skala, die von 0 = stark sauer bis 14 = stark basisch reicht. Als neutral bezeichnet man, vereinfacht ausgedrückt, den pH-Wert von 7, da in diesem Bereich die Zahl der Säuren und Basen
ausgeglichen ist.
Unser Blut verfügt über ein hervorragendes Puffersystem und hat einen nahezu konstanten pH-Wert von 7,4. Diese Konstanz ist absolut lebenswichtig, da das Blut den gesamten Körper mit Nähr- und Sauerstoff versorgt. Bei einem Blut-pH-Wert von 7,4, der dem Laien als nur schwach basisch erscheint, hat unser Blut durch seine enorme Pufferleistung 20 mal mehr Basen als Säuren gebunkert. Wir sind also von Natur aus auf ein basisches
Milieu angewiesen.
Warum „Säuren und Basen“?
Es gibt einen Bereich im Körper, der muss sauer sein – dies ist der Magen. Hier dient die Säure zum Schutz vor Bakterien und Schadstoffen, die wir mit der Nahrung aufgenommen haben. In fast allen anderen Körperbereichen hingegen muss ein neutrales bis leicht basisches Milieu herrschen, nur dann können alle wichtigen Funktionen ohne Einschränkungen ablaufen.
Sauerstoff und Nahrung sind die Brennstoffe aus denen unser Körper die Energie gewinnt, die er zum Leben braucht. Bei diesen Stoffwechsel-Prozessen entstehen neben Energie auch immer saure Abfallprodukte – Stoffwechselschlacken – die der Körper nicht verwerten kann und ausscheiden muss.
Dies gilt zum einen für das Kohlendioxid aus der Atmung, das über die Lunge abgeatmet wird, zum anderen für flüssige Abbauprodukte und Säuren, die über die Nieren eliminiert werden. Auch über die Haut werden Säuren abgegeben. Wenn diese Organe aufgrund einer übermäßigen Säurebelastung oder einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit nicht schnell genug alle Säuren abtransportieren können, so müssen sie „zwischengelagert“ werden.
Wie kommt es zu einer Übersäuerung?
Es ist schon paradox. Einerseits leben die meisten Menschen in den Industrienationen, was die Ernährung betrifft, im Überfluss. Andererseits führt die einseitige, übermäßige Zufuhr scheinbar sehr energiereicher Lebensmittel – insbesondere von Fleisch, Weißmehlprodukten und Süßspeisen – zur Belastung des Organismus. Bei der Umsetzung dieser Nahrung entstehen besonders viele saure Stoffwechselprodukte. Weitere Übel sind Genussgifte
wie Alkohol und Nikotin. Auch bei ihrem Abbau fallen vermehrt Säuren an. Ebenso führt Stress, der den gesamten Organismus auf Hochtouren laufen lässt, letztendlich zum Überhandnehmen von sauren Stoffwechselprodukten.Diese Säuren gelangen vom Verdauungstrakt aus in das Blut, wo der pH-Wert aber konstant sein muss.
Es bleibt nichts anderes übrig als diese überschüssigen Säuren in das Bindegewebe, das als Depot dient, abzuschieben. Hier verursachen sie vielfältige Beschwerden wie z. B. rheumatische Schmerzen. Auch im Nervensystem werden wichtige Vorgänge durch Säuren behindert, der Mensch reagiert sauer.
Anzeichen für eine Übersäuerung?
Übersäuerung ist ein schleichender Prozess und zunächst völlig schmerzlos. Erst in ihrem weiteren Verlauf, wenn durch Säuren wichtige Vorgänge im Organismus blockiert werden, treten Beschwerden auf. Diese sind zunächst diffus. Es kommt zu einer allgemeinen Beeinträchtigung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens, das sich in Nervosität, Trägheit, ausgeprägter Müdigkeit und verringerter Leistungsfähigkeit äußert. Im
nächsten Schritt vermindert sich die immunologische Abwehrkraft – selbst banale Infekte können sich zu immer wiederkehrenden Problemen auswachsen. Im weiteren Verlauf treten Schlafstörungen und Sodbrennen auf, bei Belastungen kommt es zu Atemnot. Durch die Einlagerung von Säuren in das Bindegewebe treten Muskel-, Sehnen- und Gelenkschmerzen auf – bis hin zu Bandscheibenschäden.
In letzter Zeit diskutiert man auch, dass eine chronische Übersäuerung das Auftreten einer Osteoporose begünstigen kann. Das Knochengerüst, aus basischen Stoffen aufgebaut, dient als basischer Mineralstoffspeicher. Bei einer Übersäuerung werden diese basischen Mineralstoffe aus den Knochen gelöst und zum Ausgleich der Säuren herangezogen.
Was kann man gegen die Übersäuerung tun?
Da sich eine Übersäuerung langfristig und durch verschiedene Faktoren bildet, sollten auch immer langfristige Maßnahmen ergriffen werden. Es gilt dem Körper mehr Basen und weniger Säuren zuzuführen und gleichzeitig ihren Abbau und ihre Ausscheidung anzuregen.
Eine erhöhte Basenzufuhr und damit die Reduktion der Säurebelastung erreicht man über eine Ernährungsumstellung zu Gunsten von Basenbildnern wie z. B. Gemüse.
Zusätzlich ist die Gabe von basischen Mineralstoffen zur Unterstützung – besonders bei der Umstellung der Nahrung – sinnvoll. Der Konsum von Alkohol und Nikotin sollte weitgehend vermieden und eine ausgeglichene, stressarme Lebensweise angestrebt werden. Oft leichter gesagt als getan!
Die Ausscheidung der Säuren kann durch verschiedene Maßnahmen angekurbelt werden. Dazu zählen mehr Bewegung, um vermehrt Kohlendioxid über die Lunge abzuatmen sowie ausreichendes Trinken von reinem, vitalem Wasser oder Kräutertees zur Elimination über die Nieren. Saunagänge und Vollbäder mit basischen Zusätzen (mind. 1 Stunde) begünstigen die Abgabe von Säuren über die Haut, pflanzliche Extrakte wie z. B. Urtica fördern die
natürliche Ausscheidung mit dem Urin.
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