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Experten eines Ludwigshafener Labors, die auf die Analyse von Lebensmitteln spezialisiert sind, haben PET-Mehrwegflaschen und deren Inhalt untersucht. Bereits Geruch und Geschmack lassen kaum Zweifel daran, dass Mineralwässer aus der PET-Mehrwegflasche verunreinigt sein können.
 

 

fussballer trinkt wasser, © Foto: NABU
© Foto: NABU

Aufwendige chemische Analysen bestätigten diesen schlimmen Verdacht.
In den untersuchten Mineralwasserproben konnten Kohlenwasserstoffe nachgewiesen werden; das sind typische Bestandteile von Mineralölprodukten. Bei den festgestellten Gehalten kann man wohl nicht von einer akuten Gesundheitsgefährdung ausgehen, aber dennoch dürften viele dieser Produkte nicht in den Handel gelangen. Anhand eines Experimentes weisen Chemiker nach, wie es zu gesundheitsgefährdenden oder zumindest unhygienischen Rückständen in PET-Mehrwegflaschen kommen kann.

 

Sie befüllen drei solcher Kunststoff-Flaschen – zwei mit Limonaden und die dritte mit handelsüblichem Motorenöl. Dann werden die präparierten Flaschen einen Tag lang gelagert und anschließend in einer speziellen Laborspülmaschine unter ähnlichen Bedingungen gereinigt, wie sie auch vor der industriellen Getränkeabfüllung üblich sind. Die gründlich gewaschenen PET-Flaschen werden mit Mineralwasser aufgefüllt. Eine Woche dauert es in der Regel mindestens, bis Mineralwasser den Weg vom Hersteller zum Kunden findet – und genauso lang stehen unsere Flaschen im klimatisierten Probenraum des Labors.

Die darauf folgende Analyse ist erschreckend: auch in diesem Wasser ließen sich Rückstände von Motorenöl nachweisen und selbst die Limonade hatte Spuren hinterlassen. Im Gegensatz zu Glasflaschen zeigen PET-Flaschen generell das Phänomen des Aroma und Stofftransfers, das heißt: trotz intensiver Reinigung kann man nicht ausschließen, dass manchmal Aromastoffe oder andere unerwünschte Substanzen auf nachfolgende Getränke übergehen. Letztendlich lassen sich PET-Flaschen nicht immer zu 100 Prozent reinigen.

Bis 25 mal wird eine Mehrwegflasche aus Kunststoff in der Regel abgefüllt und an den Handel ausgeliefert, bevor sie ausrangiert wird, Das Problem dabei: immer wieder bewahren Verbraucher in ihren leeren Pfandflaschen andere Flüssigkeiten auf – wie zum Beispiel Reinigungsmittel – bevor Sie sie wieder zurückgeben.

Die Getränkehersteller setzen deshalb auf spezielle Computernasen, die fremde Gerüche erkennen und die entsprechenden Flaschen aus dem Mehrwegkreislauf aussortieren.

Ganz so sicher scheint die Technik dennoch nicht zu sein. Zumindest ist das verunreinigte Wasser offenbar kein Einzelfall. Im Bayerischen Institut für Gesundheit und Lebensmittel-
sicherheit in Erlangen landen regelmäßig PET-Mehrwegflaschen zur chemischen Anal
yse,
weil sich besorgte Kunden über Geruchs- und Geschmacksabweichungen beschweren. Häufig lassen sich dann auch tatsächlich Spuren lebensmittelfremder Stoffe in den Getränken nachweisen. Viele Verbraucher können das nur bestätigen und kaufen Wegwerf-Flaschen.

Bleibt die Frage, wie sinnvoll solche „umweltfreundlichen“ Wegwerf-Flaschen tatsächlich sind? Um das Herstellungsverfahren zu beschleunigen, also den Preis zu senken, wird im sofortigen Anschluss an die Herstellung der PET-Flasche, im noch warmen Zustand, das Lebensmittel in die Flasche eingefüllt. Uns bleibt die Luft bei dem Gedanken weg, wenn kohlensäurehaltiges Wasser oder Fruchtsäfte als Kühlmittel für warmen Kunststoff verwendet werden.

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